Der Rückruf – wie es dir gelingt, dass dein Hund freudig zu dir rennt
Wie dein Pubertier zuverlässig und mit Freude auf dein Rückrufsignal reagiert
Gehört die Zeit, in der dein Welpe auf dein Rufen wie der Blitz angerannt kam, der Vergangenheit an? Schaut dein junger Hund kurz in deine Richtung, entscheidet sich aber für den Hundekumpel auf der Wiese? Oder versinkt er in einem Geruchsteppich aus allem Möglichem und würdigt dich keines Blicks? Vielleicht machst du dir Sorgen, dass mit dem Gehör deines Hundes etwas nicht stimmt und kannst dir nicht erklären, wieso das mit dem Rückruf sozusagen über Nacht nicht mehr klappt? Du hörst dann von allen Seiten: «Das ist normal, die Pubertät ist daran schuld.» Das ist leider nur ein kleiner Teil der Wahrheit.
Zuerst erläutere ich dir, woran es liegen kann, wenn dein junger Hund deinem Ruf nicht (mehr) folgt:
- Du hast das autonome Rückorientieren deines Welpen oder Junghundes zu dir hin nicht belohnt/gelobt und deinem Hund das schöne Verhalten nicht bewusst gemacht. Das ist aber die Grundlage für einen sicheren Rückruf.
- Die Belohnung ist nicht super hochwertig, lohnenswert und variabel und das Gehirn deines Hundes hat somit keine breite Erwartungsautobahn für das Rückrufsignal gebaut.
- Du hast noch nicht ausreichend Wiederholungen ohne Ablenkung gemacht, damit dein junger Hund das Rückrufsignal supergut verknüpfen kann (hunderte Male) und du wendest das Signal bereits unter zu hoher Ablenkung an.
- Du rufst immer, wenn dein Hund mit etwas Tollem beschäftigt ist. So wird der Rückruf zu einem Abbruchsignal, das mit Frust verbunden ist.
- Du hast kein eindeutiges Signal gewählt, rufst mal so, dann wieder anders.
- Du rufst deinen Hund sehr körpersprachlich, zum Beispiel in die Hocke gehen. Das klappt nur, wenn dein Hund in deine Richtung schaut.
- Du nimmst den Namen des Hundes als Rückrufsignal. Den Namen brauchst du jedoch auch sonst im Alltag. Dein Hund schaltet auf Durchzug.
- Du rufst öfters, wenn du dich über deinen Hund ärgerst. Die Stimmung ist dann für deinen Hund nicht einladend und er meidet deine Nähe oder er kommt nur sehr langsam, um dich zu beschwichtigen.
Und jetzt kommt die tolle Nachricht: Du erfährst, wie dein Hund auf den Rückruf wieder freudig, super motiviert und erwartungsvoll zu dir rennt:
- Sei selbst gut gelaunt, damit sich dein Hund auch gerne in deiner Nähe aufhält.
- Behandle das Rückrufsignal wie einen goldenen, sehr wertvollen Schatz, den du nur selten im Ernstfall einsetzt. Vielmehr verknüpfst du das Signal mit viel Freude und einer hohen positiven Erwartung auf der Seite des Hundes. Just for fun!
- Von 20 Mal rufen, gefolgt von einer extrem tollen Belohnung, rufst du höchstens viermal, wenn dein Hund gerade mit etwas Spannendem beschäftigt ist. Die anderen 16 Mal eben «just for fun».
- Du verknüpfst das Signal: Wenn dein Hund sowieso gerade bei dir ist. Wenn er ganz sicher zu dir rennt. Wenn er dir zwei, drei Schritte folgt, indem du rückwärts gehst.
- Du baust das Rückrufsignal in kleine Übungen ein (siehe Videos).
- Du nutzt es, bevor du ein kleines Zerrspiel oder sonst etwas Tolles mit deinem jungen Hund beginnst.
- Du passt es den Schwierigkeiten an, also von sehr einfach zu schwieriger.
- Du rufst mit einer freundlichen und motivierenden Stimme.
- Du nimmst immer dasselbe Signal für das Verhalten: Lass alles stehen und liegen und komm auf direktem Weg zu mir.
- Du schätzt die Ablenkung im Aussen gut ein: Ist die Umgebung zu schwierig? Falls du Zweifel hast, das Rückrufsignal nicht testen.
- Und das Wichtigste: Lass deinen Hund die Umwelt erkunden und ruf ihn nicht dauernd zu dir hin. Sag ihm lieber, wie toll er so vieles macht, wie mutig er ist und was für ein super Hund er ist!
In den folgenden Videos zeigen wir dir, wie das in der Praxis ausschaut:
Anstelle des Rückrufsignals – eine tolle Aufgabe, die in deiner Nähe stattfindet
Wichtig zu wissen:
Statt des Rückrufsignales kannst du auch jedes andere Signal nutzen, das deinem Hund vermittelt, dass es sich lohnt, zu dir zu kommen, weil ihn etwas sehr Tolles erwartet.
- Eine kleine Futtersuche in deiner Nähe oder direkt vor dir.
- Das Einleiten eines Zerrspieles auf Signal, wie «Spielen» oder «Los». Dein Hund rennt zu dir, weil er das Signal schon kennt.
- Das Handtarget super positiv aufgebaut.
- Das 5 Gudi-auf-die-Hand-Zählspiel.
- Das Pingpong mit gut sichtbaren Gudis.
Diese Spielvarianten und einige mehr zeige ich dir gerne im Einzelcoaching.
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