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Ihr könnt ein Teil der Lösung sein

Wenn du und dein Hund ein Teil der Lösung seid
Stell dir vor wie cool das ist. Du und dein Hund seid ein Teil der Lösung. Du bist jetzt vermutlich neugierig und fragst dich, welche Lösung denn? Ihr zwei habt ja schliesslich kein Problem. Ihr geht locker an anderen Mensch-Hund-Teams vorbei. Dein Hund liegt im Restaurant gechillt unter dem Tisch. Und natürlich kommt dein Hund sofort und ohne Ausnahme auf deinen Rückruf wie der Blitz zu dir gerannt. Wenn es um Ressourcen geht, lässt einer dem anderen den Vortritt und geht jeder Rauferei eigenständig aus dem Weg. Wunderbar, gratuliere, ihr habt tatsächlich kein Problem.

Verhaltenstipps sind oft frustrierend für dein Gegenüber
Jetzt könntest du dich entspannt zurücklehnen und mit einem leichten Bedauern auf all die anderen Teams schauen, die noch einen weiten Weg vor sich haben. Du könntest mit einem selbstzufriedenen Lächeln mit deinem tiefenentspannten Hund durch die Gegend spazieren, egal ob links und rechts gerade die Welt untergeht mit lautem Gebell, begleitet von verzweifelten verbalen Ergüssen. «Die sollen halt mal in die Hundeschule gehen», denkst du vielleicht oder möglicherweise gibst du einen jener schnellen und ungefragten Verhaltenstipps ab, die dein Gegenüber aber in diesem Moment weder hören will noch kann. Ehrlich, das kann ich total gut verstehen. Was wissen wir denn über den Erfahrungshintergrund des anderen Teams? Zurückhaltung ist da meistens angebrachter.
Oder du gehörst zu den glücklichen Menschen, die mit einer grossen Portion Unbekümmertheit durch die Welt spazieren und davon ausgehen, dass sich das Gegenüber im selben State of Mind befindet? Auch das kann leicht frustrierend sein.

Wir machen ein Gedankenexperiment
Lass uns gerne ein Gedankenexperiment machen. Du gehst mit deinem Hund auf einem schmalen Waldweg. Da kommt dir ein anderes Mensch-Hund-Gespann entgegen. Du siehst vom Schiff aus, dass der andere Vierbeiner die bevorstehende Begegnung alles andere als entspannt managen wird. Und dem Menschen geht es vermutlich in etwa gleich.

Du und dein Hund als Teil der Lösung
Nun stell dir vor, wie ihr zu einem Teil der Lösung für das euch entgegenkommende Team werdet. Du beginnst einen kleinen Bogen zu gehen mit deinem Hund, machst dadurch schon mal mehr Distanz und streust zusätzlich noch ein paar Gudis für deinen Liebling auf den Boden, so dass dieser seine Nase in Richtung Futter bewegt und durch diese Veränderung in seiner Körpersprache bereits deeskalierend auf den Hundekumpel wirkt. Und jetzt stell dir vor, was das mit dem Gemütszustand des anderen Hundes macht. Allein schon durch mehr Abstand und Blickabwenden signalisiert dein Hund dem Gegenüber, dass von ihm keine Gefahr oder Provokation ausgeht. Der Kollege auf vier Pfoten wird erleichtert durchatmen und weitergehen. Sein Mensch natürlich mit ihm.

Wie fühlt sich das für dich an?

Wie fühlt sich das an, wenn du zu einem Teil der Lösung für das andere Team wirst? Mit hoher Wahrscheinlichkeit richtig befriedigend. Und weisst du was? Es ist doch ganz egal, ob das Gegenüber realisiert, dass du die Situation durch eure Intervention entspannt hast. Viel wichtiger ist doch, dass die beiden mit einem Gefühl von Erleichterung und möglicherweise auch mit einer stillen Freude weitergehen. Und ich bin sicher, dass auch du sehr stolz auf eure Hilfestellung bist.  

Mach die Lösung sichtbar
Sicher fallen dir weitere Situationen ein, wo ihr beide, du und dein Hund, zu einem Teil der Lösung geworden seid. Indem du darüber sprichst, machst du die Lösung sichtbar. Indem du sie mit jemandem teilst, machst du die Lösung erfahrbar und erweiterst dadurch die Möglichkeiten und den Handlungsspielraum eines weiteren Mensch-Hund-Teams.

Stell dir vor wie toll das ist, wenn wir zum Teil der Lösung für ein Gegenüber werden. Und zwar ohne grosses Brimborium. Einfach so, du für dich mit deinem Hund. Das macht so viel Freude und ist jedes Mal auch eine Standortbestimmung für euch beide.

Selbstsabotage und Problemtalk nützen keinem
Falls du jetzt einwendest, dass du und dein Hund aber ein Problem habt und von einer Lösung meilenweit entfernt seid, sabotierst du dich selbst. Du kannst genauso zu einem Teil der Lösung werden und zwar für deinen Hund. Beobachte, was gut funktioniert. Falls mehr Distanz mehr Entspannung bringt, probiere es bei der nächsten Begegnung gleich nochmals aus.

Mach mehr von dem, was schon funktioniert
Mach mehr von dem, was gut geht, fokussiere dich auf eure kleinen Erfolge. Kleine Veränderungen ziehen grosse nach sich. Erzähle deiner Freundin oder Kollegin von euren Lernschritten und teile deine Freude. Dein Hund merkt, wenn deine Emotionen sich verändern. Das wiederum wirkt sich auf den Gemütszustand deines Vierbeiners aus. Nimm eine einfach Situation aus deinem Alltag, die du verändern möchtest. Stell dir die Veränderung ganz genau vor. Nimm wahr, wie souverän und zufrieden ihr in dieser Situation unterwegs seid. Spüre, wie sich deine Gefühle verändern, von Angst hin zu Erleichterung. Oder von Ärger hin zu Freude. Und dann gehe in diese einfache Situation mit deinem Hund hinein und schaue, was sich bereits verändert hat. Du wirst erstaunt sein.

In diesem Sinne:

«Ein Teil der Lösung zu sein ist sehr motivierend und macht allen Beteiligten Freude.»

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