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Aus dem Privatleben einer Hundetrainerin oder: klauen will gelernt sein

Nicht dass ihr denkt, bei uns läuft alles immer so ganz rund. Meine Hundedamen haben es ab und an faustdick hinter ihren grossen Ohren. Und ich muss meistens über ihre Ideen und Vorhaben schmunzeln oder auch mal herzhaft lachen. Neulich haben wir in der Küche einen Zvieri vorbereitet und uns dann mit den belegten Broten und den Hunden im Schlepptau in den Garten begeben.

Kaum haben wir es uns gemütlich gemacht, holt sich Panda einen Holzstecken zum Kauen aus dem Gebüsch und legt sich demonstrativ vor die anderen Hunde hin. Immer mal wieder ein kurzer Blick zu Devi (der ältesten im Rudel). Als die sich nicht von der Stelle rührt, legt sich Panda mit ihrem Holzteil direkt neben unsere Grand-Dame hin. Und zwar so, dass diese auch Lust auf eine Kaurunde bekommt. Gespannt beobachte ich, was Panda als weiteren Schritt ins Auge fasst. Sie holt wieder einen Holzstecken und dasselbe Spiel mit Leela ( zweitälteste im Rudel). Nachdem sie die beiden gut beschäftigt weiss, kurzer Blick aus den Augenwinkeln zu uns rüber; benissimo, die Zweibeiner sind auch gerade busy. Und was tut klein Panda? Völlig unbeobachtet ( denkt sie), trabt sie behende in Richtung Terrassentür und verschwindet im Haus, respektive in der Küche. Ihr Pech, dass ich ihre Strategie durchschaut habe. Also: Gas geben und Panda sichten, bevor sie die restlichen Brötchen auf der Küchenablage in ihrem Bauch versorgt. Ich erwische sie just in dem Moment, als ihre Vorderpfoten auf der Küchenkombination landen und ihr Hals sich giraffenähnlich in Richtung Leckerein streckt. Ihr Blick spricht Bände, die Enttäuschung tropft aus jeder Pore, ihr Blick herzerweichend. Mit einem sehnsüchtigen letzten Seufzer in Richtung Gebäck, lässt sie ihre Pfoten von der Ablage gleiten und zottelt betupft zurück in den Garten. Nein, geschimpft habe ich nicht, auch nicht runtergeschubst oder sonst was in die Richtung. Würde in dem Moment sowieso nicht viel bringen. Meine Hunde sind einfach sehr verfressen und für jeden Bissen von unserem Teller bereit, einen Purzelbaum zu schlagen. Solange ich sie beim Essen auf ihren Platz schicken kann und sie dort auch bleiben, wenn ich das möchte, lockern solche (diebischen) Episoden meinen Alltag auf und zaubern ein Lachen in mein Gesicht. Im Wissen und nach dem Motto: Nobody is perfect, auch nicht die Hunde einer Hundetrainerin.

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