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Kommunikation hat viele Tücken

Kommunikation ist ein spannendes, aber auch tückisches Feld. Das gilt nicht nur im Austausch mit Menschen, sondern ebenso mit unseren Hunden.

Wenn Hunde das 4-Ohren-Modell kennen würden 

Manchmal bin ich richtig froh, dass meine Hunde das 4-Ohren-Modell von Schulz von Thun nicht kennen. Wie kompliziert wäre unser Zusammenleben, wenn sie alles über das Selbstoffenbarungsohr deuten würden. Jede kleine Empfindlichkeit würden sie aufgreifen, meine Erwartungen erfüllen wollen und mir jeden Wunsch von den Augen ablesen. Gefühle sind für sie schon herausfordernd genug. Wenn sie sich zusätzlich den Kopf über meine unerfüllten Bedürfnisse zerbrechen müssten, würden sie wohl bald ihr Bündel schnüren und auswandern.

Die Stärke der Hunde: Klarheit  

Was ich sehr an Hunden schätze, ist ihre Unfähigkeit, widersprüchliche Botschaften zu interpretieren. Sie versuchen nicht, zwischen den Zeilen zu lesen. Stattdessen nehmen sie sich das heraus, was für sie verständlich ist, und handeln danach.

Unsere Aufgabe als Hundemenschen 

Was bedeutet das für uns Hundemenschen? Wir sollten unsere Aussagen, Emotionen und Intentionen möglichst in Einklang bringen. Denn schon jetzt haben Hunde reichlich zu tun, in unseren langen Sätzen die relevanten Wörter herauszufiltern. Müssen sie dann auch noch unterscheiden, ob unsere Botschaft ein Appell, eine Selbstoffenbarung, eine Beziehungsansage oder eine Sachinformation ist, kann das leicht zur Verunsicherung führen.

Mehr Gewicht fürs Sachohr

Wie hilfreich wäre es, wenn wir Menschen das Sachohr öfter in den Vordergrund rücken würden, nicht nur im Umgang mit Hunden. Der klare Inhalt einer Aussage könnte so mehr Gewicht bekommen und Missverständnisse würden seltener entstehen.

Kommunikationserfahrungen als Rucksack 

Wir alle tragen unsere Rucksäcke voller Kommunikationserfahrungen und Muster mit uns herum. Bei manchen ist das Appellfach übervoll, bei anderen das Selbstoffenbarungsfach. Manche packen besonders viel in den Bereich der Sachinhalte, andere räumen dem Beziehungsfach den meisten Platz ein.

Begegnungen auf dem Lebensweg

Auf unseren Lebenswegen treffen wir immer wieder auf neue Weggefährten. Dann kann es nötig werden, den eigenen Rucksack neu zu packen oder die Inhalte anders zu verteilen. Wer jedoch darauf beharrt, dass das eigene Modell das einzig richtige ist, verpasst womöglich wertvolle Erfahrungen.

In diesem Sinne:
 

«Lasst uns Ballast loslassen und Kommunikation klarer gestalten.» 



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