Skip to main content

Gut gemeint ist nicht in jedem Fall gut sozialisiert

Gut sozialisiert? Schön wärs
Es war einmal ein junger Hund namens «Lucky». Lucky war voller Vertrauen in seine neuen Menschen.
Er ging davon aus, dass diese sorgsam mit ihm umgehen und ihm nur Situationen zumuten, die er auch bewältigen kann. Seine Menschen wollten nur das Beste für ihn.
 
In der Hundeschule legte man ihnen nahe, Lucky gut zu sozialisieren. Je mehr unterschiedliche Hunde, desto mehr Erfahrungen.
Die Menschen vertrauten der Fachperson und brachten ihren noch jungen und unerfahrenen Hund zum vereinbarten Treffpunkt. Das Gebell der anderen Hunde war schon von weitem zu hören.
 
Auf in den Kampf, äh in die Sozialisierungsgruppe
Lucky machte sich ganz klein in seiner Autobox. Auf keinen Fall wollte er aussteigen und schaute seine Menschen flehend an. Deren Unsicherheit wurde durch den bestimmten Befehlston der Hundetrainerin beiseite gefegt: «Raus mit dem Angsthasen! Heute lernt er viele Hunde kennen.»
Die vielen Hunde waren 40 an der Zahl. Verschiedene Hundeschulen trafen sich an diesem verhängnisvollen Morgen zum Sozialisierungsspaziergang, um 40 andere Hunde kennenlernen! Wie cool, danach mit seinem nun sozialkompetenten Hund nach Hause zu fahren (Achtung: Ironie!)
 
Welche tolle Chance, einen Hund so richtig und nachhaltig zu traumatisieren. Durchfall und Erbrechen am Abend waren auf alle Fälle Programm für Lucky.
 
Und was hat es dem jungen Hund gebracht?
Das Resultat eines solchen «Sozialisierungs-Events»: Ein sehr zurückhaltender, ängstlicher Junghund, der sich nicht getraute, mit meinen ruhigen Hundedamen Kontakt aufzunehmen.
 
Auf mein Nachfragen, weshalb der junge Hund so ängstlich reagiere, erfuhr ich die oben geschilderte Geschichte. Die Namen sind natürlich geändert, der Rest ist leider NICHT frei erfunden.
 
 
Merke Dir:

«In ein paar wenigen Minuten kannst du deinen jungen Hund fürs Leben traumatisieren.»

 
 
  • Aufrufe: 867