Ein Morgen voller Ruhe – ein Jogger voller Frust
Friedliche Morgenstimmung im Wald
Wie friedlich ist doch die Stimmung heute Morgen im Wald. Die vorherbstliche Kühle ist spürbar und die ersten Blätter haben in der frischen Morgenluft ihren Weg zum Boden gefunden. Während meine Hundedamen und ich gemeinsam durch den Wald schlendern, kommt uns auf einem Weg ein Jogger entgegen. Wie gewohnt gehen wir an den Wegrand und warten, bis der frühsportliche Mensch an uns vorbeigetrabt ist.
Der unfreundliche Jogger
Als er auf unserer Höhe angelangt ist, grüsse ich ihn mit einem freundlichen Lächeln. Er grüsst weniger nett und im Vorbeijoggen lässt er ein paar gehässige Wortfetzen durch die Luft in unsere Richtung fliegen. Etwas wie «Die Hunde müssen im Wald an die Leine». Die Hunde befinden sich bei mir, vielleicht habe ich etwas falsch verstanden. Wir gehen weiter und geniessen die Ruhe.
Im Wald herrscht Leinenpflicht!
Nach einem wunderbar entspannten Spaziergang sind wir beinahe wieder beim Ausgangspunkt angelangt. Wer kommt uns da schnaufend und schwitzend entgegen? Derselbe Mensch von vorhin. Wieder gehen wir ihm aus dem Weg, die Hunde legen sich sogar hin. Mein Gruss ist wie bereits beim ersten Treffen höflich und korrekt. Diesmal aber hält er an. Ausser Atem und erhitzt massregelt er mich lautstark, weil die Hunde immer noch ohne Leine im Wald laufen. Es sei Leinenpflicht. Vermutlich hat er den ersten August aus seinem Wunschdenken verdrängt, denn ab dann ist es wieder gestattet, mit den Hunden zwar ohne Leine, aber selbstverständlich unter Aufsicht, im Wald unterwegs zu sein.
Rumpelstilz lässt grüssen
Er steht da wie ein Rumpelstilz und beschimpft mich, während die Hunde friedlich am Boden liegen. Ihnen ist sein Ausbruch völlig egal. Buddhanatur eben. Wendy kaut unbeirrt weiter an ihrem Holz und Panda widmet sich einer spannenden Schnüffelstelle. Ich frage mich im Stillen, was im Leben dieses Joggers schiefgelaufen sein muss, dass er so gehässig unterwegs ist. Anstatt sich zu freuen, dass wir ihm grosszügig seinen Raum im Wald gewähren und ihm freundlich begegnen, schränkt er unseren Raum massiv ein und wird übergriffig.
Nach dem Gewitter unsere innere Sonne geniessen
Als er schliesslich weiterläuft, bleiben wir noch einen Moment stehen. Der Wald ist wieder still, nur ein Vogel ruft in der Ferne. Meine Hunde recken sich, schütteln das Laub aus dem Fell und traben zufrieden neben mir her. Ich lächle, denn im Gegensatz zu diesem Jogger weiss ich, wie friedlich ein Morgen im Wald wirklich sein kann.
«Der Frieden des Waldes beginnt in uns selbst...»
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