Weniger wollen, mehr zuhören ist das Zauberwort
Wenn dein Hund nicht so will wie du
Kennst du dieses Phänomen? Je mehr du etwas von deinem Hund möchtest, desto weniger klappt es. Manchmal hat es sogar den Anschein, als ob er genau das Gegenteil von dem tut, wozu du ihn aufforderst.
Beispiele aus dem Alltag
Ein klassisches Beispiel ist das Apportieren. Dein Hund soll ein Dummy zu dir tragen und dein klares Ziel ist es, dass er es dir in die Hand gibt. Doch dein Hund bleibt auf drei Meter Distanz vor dir stehen und spuckt das Dummy aus. Oder er rennt erst einmal mehrere Ehrenrunden, bevor er sich schliesslich hinlegt und zufrieden auf seinem Dummy herumkaut.
Ähnlich kann es beim Rückruf sein. Du rufst deinen Hund mit klarer Stimme zu dir und machst unmissverständlich deutlich, dass du das ernst meinst. Dein Hund aber sieht das anders. Er nähert sich dir zwar ein Stück weit an, bleibt dann jedoch in einiger Entfernung stehen. Du rufst erneut, diesmal energischer, weil du unbedingt willst, dass er zu dir kommt. Doch dein Hund bleibt weiterhin auf Abstand.
Wenn Wollen zum Hindernis wird
Je mehr du willst, desto weniger funktioniert es. Denn dein innerer Druck steigt. Du bist nur noch auf Senden aus und nicht mehr in der Lage, deinem Hund wirklich zuzuhören. Deine Körpersprache verändert sich, deine Muskulatur spannt sich an, deine Miene wird von freundlich zu angespannt und schliesslich zu verärgert. Auch deine Stimme verändert sich, sie wird unfreundlicher, manchmal sogar schroff.
All das hat Folgen. Das Miteinander findet nicht mehr statt. Die feine Verbindung zu deinem Hund ist in diesem Moment unterbrochen. Und was vielleicht noch wichtiger ist: Du spürst auch dich selbst nicht mehr, weil du nicht mehr in der Lage bist, eine Rückkopplung zu dir selbst herzustellen. Dein Ziel bestimmt dein Denken, dein Fühlen und dein Handeln.
Der Ausstieg aus dem Karussell
Genau in diesem Moment ist es höchste Zeit, aus dem Wollen-Karussell auszusteigen. Es ist der Moment, in dem du innerlich zwei Schritte zurücktrittst, tief durchatmest und dich erdest. Ein Moment, um wieder ganz bei dir anzukommen. Weg vom ausschliesslichen Fokus auf deinen Hund und hin zu dir, deinem Körper und deiner Befindlichkeit.
Je besser du gelernt hast, dich selbst zu regulieren, deine Emotionen bewusst wahrzunehmen und die Signale deines Körpers zu spüren, desto einfacher wird es dir gelingen, zurück in einen entspannten Zustand zu finden.
Zurück ins Miteinander
Und genau dieser Zustand ist entscheidend. Es ist ein Zustand, in dem nicht das Wollen im Zentrum steht, sondern das Miteinander. Ein Zustand, in dem du dich selbst spürst und dein Hund dich dadurch ebenfalls wieder wahrnehmen kann. Dort, wo du nicht nur sendest, sondern auch empfängst, entsteht wieder Verbindung.
«Wenn das Wollen leiser wird, kann das Miteinander wachsen.»
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