Wenn wir unsere Prägungen erkennen, erhalten wir viel innere Freiheit
Wenn Sterne aufeinanderknallen
«Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst oder anderen zu fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten. Heute weiss ich, das ist Leben.» (Charly Chaplin)
Eine heile Welt ohne Konflikte ist ohne Bewegung
Diese Aussage von Charly Chaplin beinhaltet einiges an Wahrheit und ist, wie ich finde, auch sehr entlastend. Eine heile Welt ohne Konflikte ist aus meiner Sicht eine langweilige Welt. In einer Welt, wo alles rund läuft, ich mich am Morgen auf mein Meditationskissen setze, ein langes Om singe und jedem Konflikt aus dem Weg gehe, entspricht nicht der Realität. Natürlich ist es sehr erstrebenswert, den Morgen in der Stille und in Verbundenheit mit Allem, was ist, zu beginnen.
Auf die innere Haltung kommt es an, wie wir mit Konflikten umgehen
Wenn ich eine achtsame und wertschätzende innere Haltung einnehmen kann, hilft das sehr, auch eine schwierigere Situation im Alltag zu bewältigen, ohne gleich auf Abwehr zu gehen. Eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe sowie bewältigbare Konflikte in einem trotzdem wohlwollenden und respektvollen Rahmen bringen uns weiter.
Wären alle immer einer Meinung und teilten die eine Ansicht, würden wir uns nicht weiterentwickeln. Wir würden auch sehr wenig über uns selbst und über die Beweggründe unseres Gegenübers erfahren. Es gäbe keine Diskussionen, keine Diskurse und keine Einigungen.
Wie wir einen Konflikt bewältigen, welche Methoden und Strategien wir wählen, hängt sehr davon ab, wie wir im Leben unterwegs sind, was für Erfahrungen wir gemacht haben, welche Vorbilder uns begleitet haben und uns Orientierung gaben.
Unsere Prägungen sind mitverantwortlich, wie wir in bestimmten Situationen reagieren
Ein sehr wichtiger Aspekt in Konfliktsituationen ist, wie sehr wir uns unserer Prägungen bewusst sind. Solange unsere Prägungen versteckt in uns schlummern oder in uns wirken, sind wir ihnen ausgeliefert. Wir reagieren auf Grund dieser unbewussten Anteile und denken, wir hätten eine autonome Entscheidung getroffen.
Welche Prägungsknöpfe drückt dein Hund bei dir?
Welche Prägungen wirken in dir? Welche Prägungs-Knöpfe drückt dein Hund bei dir? Welches Verhalten deines Hundes bringt dich innerlich in eine andere Stimmung und weshalb? Wieso ärgerst du dich, wenn dein Hund anstatt auf dein mehrmaliges Rufen zu dir zu rennen, weiterhin seine Nase im Mausloch stecken hat? Spürst du neben dem Ärger auch ein Gefühl der Ohnmacht? Im Sinne von: «Egal, was ich mache oder wie sehr ich rufe und mich bemühe, erhalte ich keine Reaktion?» Es lohnt sich sehr, darüber nachzudenken, weshalb dein Hund mit einem bestimmten Verhalten in dir genau diesen einen Knopf betätigt. Es hat oft weniger mit deinem Hund als mit dir selbst zu tun.
Je mehr wir uns mit unseren eigenen Prägungen beschäftigen und uns getrauen hinzuschauen, desto vielfältiger eröffnen sich neue Horizonte und Lösungswege. Wir werden in unseren Reaktionen flexibler, vielleicht auch sanfter und ruhiger. Es sind neue Wege voller Zuversicht, die du entdecken und erkunden darfst. Die Sterne müssen dann nicht mehr so heftig aufeinanderknallen, sondern sich gegenseitig in ihrem Schein spiegeln und erhellen.
Auch ich bin unterwegs auf diesem Weg. Auch ich schaue meine Prägungen an, welche meinen Verhaltensmustern zugrunde liegen. Und ich erlebe es im ersten Moment nicht immer angenehm, so ehrlich mit mir selbst zu sein. Meine Hunde sind die besten Lehrmeisterinnen, die ich mir dafür denken kann. Da müssen nicht mal Sterne aufeinanderknallen.
In diesem Sinne:
«Sei neugierig, sei mutig, sei achtsam und ehrlich mit dir selbst und such dir die Sterne, mit denen zusammen du wachsen möchtest.»
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