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Leine weg und ab die Post? Es kann auch anders sein!

Nicht die Position ist entscheidend beim Ableinen, sondern der emotionale Zustand

Was macht dein Hund, nachdem du die Leine losgemacht hast?
Was verlangst du von deinem Hund, bevor du den Karabiner löst?
Wie entspannt ist dein Hund bevor du ihn ableinst?
Was macht dein Hund, nachdem du ihn abgeleint hast? Das Weite suchen?
Was ist dein Freigabesignal, bevor dein Hund in den Freilauf darf?
Viele Fragen zu einem, wie du vermutlich denkst, einfachen Thema.

Zuerst sitzen, dann geniessen?

- Möglicherweise ist der Hund bereits so aufgeregt in Erwartung der Freiheit, dass er sich gar nicht mehr hinsetzen mag.
- Hundekollegen warten auf deinen Hund und dieser möchte möglichst schnell dorthin.
- Der Hund wurde in der Vergangenheit immer dann abgeleint, wenn er bereits hocherregt war.
- Das Ableinen wurde nie mit Ruhe verknüpft.
- Der Hund muss sich auf matschigem Boden hinsetzen, was sicher nicht angenehm ist.
- Das Sitzen, wenn es denn sein muss, wurde nicht ausreichend verstärkt.

Entscheidungsfreiheit für deinen Hund – Entspannung für euch beide

Mir persönlich ist es nicht wichtig, ob meine Hunde vor dem Ableinen sitzen, stehen, liegen oder den Handstand machen. Ich muss mir nichts beweisen. Chef möchte ich auch nicht sein. Wenn unsere Beziehung in Schieflage geraten würde, weil sich mein Hund vor dem Ableinen nicht hinsetzt, hätten wir ganz andere Themen zu bearbeiten.
 
Worauf ich jedoch Wert lege, ist, dass meine Hunde sowohl beim Ableinen wie auch beim Anleinen entspannt sind. Ich schicke die Hunde auch nie weg, nach dem Motto: «Lauf, endlich bist du frei. Die Welt wartet auf dich.» Im Gegenteil. Ich vermittle den Hunden, dass es sich lohnt, noch etwas in meiner Nähe zu sein, indem ich zum Beispiel eine kleine Futtersuche um mich herum mache, sie mit ein paar Keksen aus der Hand erfreue, eine Knuddelrunde einlege oder die Leine beiläufig löse, während wir entspannt miteinander gehen. Auch unser Signal für Me-Time ist nicht mit Aufregung verknüpft und erfolgt einfach so nebenbei.

Die Realität schaut oft anders aus

In der Menschenwelt für Hunde schaut es meistens anders aus: Der Hund senkt seinen Hintern kurz in Richtung Boden, schnappt sich aber bereits im Absprung noch schnell den hingehaltenen Keks und rennt damit kauend davon.
 
Natürlich gibt es Situationen in unserem Zusammenleben, in denen meine Hunde sich auf Signal hinsetzen, nachdem oder bevor ich sie abgeleint habe – übrigens finde ich das ein seltsames Wort. Zum Beispiel, wenn ich etwas verstecken gehe, das sie dann suchen dürfen. Oder wenn ein anderer Grund ein Sitzen erfordert.
 
Ansonsten lassen wir das Sitzen und konzentrieren uns auf Wesentlicheres.
 
In diesem Sinne:
 

«Lass gerne auch mal fünf gerade sein. Das entspannt euer Zusammenleben enorm.» 

 
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