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Was machst du so mit deinen Hunden zum Auslasten?

Was machst du so mit deinen Hunden zum Auslasten?
Genau diese eine Frage wurde mir heute wieder auf meinem Spaziergang mit Panda und Wendy gestellt.
Gerne nochmals an dieser Stelle: Ich laste meine Hunde nicht aus. Wir machen ab und zu spassige Beschäftigungen unterwegs, zum Beispiel Bäume umrunden oder Futtersuchen in allen Variationen oder Balancieren oder einen Trick wie das Shapen am Bein oder Dummies verstecken und suchen lassen.
Das seht ihr dann auf meinen Videos. Da ich nicht immer jemandem zum Filmen dabei habe, kann es schon einmal vorkommen, dass ich ein paar Ideen für euch auf ein und demselben Spaziergang aufnehme, respektive uns filmen lasse. Das ist dann als Zeitraffer zu verstehen.
 
Einen Grossteil unserer Spaziergänge sind wir einfach in der Ruhe gemeinsam unterwegs. Die Hunde erkunden die Umgebung, mal liegt eine Spielrunde miteinander oder mit einem passenden fremden Hund drin, mal verweilen wir an einer Stelle länger, damit die Hunde ein Loch buddeln oder ein Holz benagen können.
 
Trainings mit hocherregten Hunden machen keinen Sinn
Was ich mit Sicherheit nicht mehr mache, ist, in Trainings zu gehen, wo andere Hunde mit hoher Erregung und oft auch fiepend auf ihren Einsatz warten, die Standruhe (Steadyness) auf der Strecke bleibt und die Hunde nach fünf Minuten auf dem Hundeplatz mit hohem Adrenalin- und Dopaminspiegel zum «Verarbeiten» der Eindrücke ins Auto gepackt werden. 
 
Das hat mit einem tierfreundlichen Training sehr wenig zu tun
Wenn schon Hundeplatz und viel Erregung, dann gib bitte dem Hund die Chance, zuerst wieder sein System herunterzufahren und zu entspannen, bevor er es sich in der Hundebox gemütlich machen darf.
Stell dir vor, du machst gerade eine schwierige Akrobatikübung oder einen 200-Meter-Lauf; deine Performance war super, nahezu perfekt. Dein Adrenalin auf Höchststand. Und jetzt ab ins Bett, damit du alles verarbeiten kannst? No way!
Eine Erregung mittels Zwangsruhe auf engem Raum zu regulieren, ist echt zum Scheitern verurteilt.
 
Die Autobox als Reflexionsraum für den Hund?
Es gibt noch einen weiteren Aspekt, der ausser Acht gelassen wird, wenn man die Hunde nach einer toll gelösten Aufgabe zum Nachdenken ins Auto steckt.
Denken tun sie dort ganz sicher, aber anders als erwartet. Der Aufenthalt im Auto kommt einer negativen Strafe gleich: Auf dem Platz viel Fun, noch schnell das Balli werfen, dann muss der Hund ins Auto, also das Gute wird entzogen.
Mitunter ein Grund, weshalb einige clevere Hunde nicht mehr so gut mitmachen auf dem Hundeplatz, weil leider immer noch die Ansicht herrscht, dass man aufhören soll, wenn der Hund eine Superleistung gezeigt hat, also wenn es am Schönsten ist.
Leider sehr ungünstig, wenn du auch weiterhin einen motivierten Hund an deiner Seite möchtest.
 
Worum geht es denn im Hundesport mit Wettkampfcharakter?
Früher war ich viel im Hundesportbereich unterwegs, wir haben auf hohem Niveau an Meisterschaften teilgenommen. Irgendwann habe ich die Freude daran verloren, mich und meine Hunde vorzuführen und bewerten zu lassen. Meine Angst liess mich damals zögern aufzuhören, die Angst, dass meine Hunde dann nicht mehr glücklich sind, weil zu wenig Training in ihrem Alltag stattfindet. Oder ging es tatsächlich nicht auch um mein eigenes Ego?
 
Wie erleichternd war unsere Entscheidung aufzuhören
Und weisst du was? Wir waren so was von zufrieden, alle miteinander, als unser Leben nicht mehr aus regelmässigen Prüfungsteilnahmen und den Vorbereitungen darauf bestand. Keine Prüfungstrainings mehr in den Ferien, weil eine Schweizermeisterschaft bevorsteht, keine endlosen Tage an den Prüfungen, bis auch das letzte Team gestartet war und ausgewertet wurde.
 
Es war eine lehrreiche Zeit, es war eine Zeit, in der Punkte und Wettkämpfe eine gewisse Wichtigkeit hatten. Und ich möchte diese Zeit auch nicht missen, sie war an Erfahrungen reich und zwar auf allen Ebenen.
 
Heute stehe ich an einem anderen inneren Ort und geniesse einfach, wenn wir zusammen etwas unternehmen, was für alle eine Bereicherung ist.
 

In diesem Sinne:

«Sinvolle Beschäftigung, die allen Beteiligten Freude macht, braucht keine Bewertung durch Dritte.»

 Herzlich!
Bea mit Panda und Wendy
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