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Gewalt fängt dort an, wo Wissen aufhört

Im Folgenden ein Auszug aus dem Buch: Streunerhunde /von Moskaus U-Bahn- Hunden bis Indiens Underdogs; Kate Kitchenham (Hrsg.); Kosmos Verlag (2020)
 
(Das Foto habe ich gemacht und soll eine friedliche und vertauensvolle Stimmung transportieren).
 
Zitat S. 32:
"Trotz zahlreicher Erkenntnisse aus der Forschung, die das Gegenteil beweisen, hat die Sichtweise auf die Wolfgesellschaften als starr strukturierte und aggressiv erzwungene Dominanzhierarchie nach wie vor erhebliche Anhänger, mit unglücklichen Folgen für das Wohlbefinden der Hunde und für die Beziehungen zwischen Hunden und ihren Besitzern. Viele Trainer, einschliesslich einiger bekannter "Fernsehstarts" betrachten Aggressionsprobleme bei Hunden als natürlichen Ausdruck des Konflikts, der entsteht, wenn es um den Dominanzstatus geht. Die empfohlene Lösung für Aggressionsprobleme ist oft, dass der Besitzer seinen dominanten Status als Alpha-Wolf oder Rudelführer geltend macht, wenn nötig durch körperliche Bestrafung. Diese Empfehlung ist nicht nur fehlgeleitet und im Allgemeinen unwirksam, sondern führt in den meisten Fällen zu mehr Verhaltensproblemen bei Hunden, als sie löst." (Zitat Ende)
 
Wie erschreckend..
...dass immer noch Hunde an den Hundeplatzzaun gebunden werden, weil sie sich in der Junghundegruppe nicht ruhig verhalten.
...dass immer noch Welpen und Junghunde für ein vermeintliches Fehlverhalten runtergedrückt werden, damit der Mensch sich gut fühlt UND diese Zwangsmassnahme so unterrichtet wird.
...dass Hunde getreten werden, wenn sie einem sogenannten Befehl nicht nachkommen.
...dass Welpen auf Anweisung körperlich gestraft werden, wenn sie auf den Teppich pinkeln.
...dass Hunde stundenlang in der Kälte angebunden werden, um ihnen eine Lektion zu erteilen.
...dass Hunde an der Leine hochgezogen werden, um sie in den Bauch zu treten, weil sie dem Rückruf nicht nachgekommen sind.
 
Leider kann ich unter die Aufzählung nicht schreiben: "Frei erfunden nach Bea Koti."
 
Manchmal würde ich der Hundeszene am liebsten den Rücken zudrehen und nichts von alledem mehr mitbekommen.
 
Wozu haben wir ein Hunde- und Tierschutzgesetz, das genau für solche Fälle zuständig ist?
Weshalb ist es immer noch möglich, aversive Trainingsmethoden anzuwenden?
Weshalb tun Menschen ihren Hunden Gewalt an, nur weil jemand das so von ihnen verlangt?
Weshalb haben aversive Methoden und deren Verfechter soviele AnhängerInnen? Die Hunde würden sicher nicht freiwillig dorthingehen.
 
Wenn du jetzt denkst, dass ich übertreibe, würde ich dir noch so gerne zustimmen. Leider kann ich das nicht, weil es da draussen genauso stattfindet.
 
 
In diesem Sinne:

«Gewalt ist die Wurzel allen Übels und für deinen Hund eine riesige emotionale und körperliche Katastrophe.»

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