Jedem sein Konzeptchen, egal wie selbstgestrickt es daherkommt
Schreiben oder nicht schreiben, das ist KEINE Frage
Nun sitze ich doch am Laptop und bringe meine Gedanken auf fiktives Papier. Ich kann es langsam nicht mehr hören. Alle wissen viel und jede/r weiss es besser. Ganz egal, aus welcher Ecke der oder die HundetrainerIn kommt. Dabei wäre es doch gar nicht so kompliziert. Lernen basiert auf methodisch-didaktischen Grundlagen, auf kognitivem und emotionalem Erleben, auf erfahren, verarbeiten und umsetzen.
Der Dschungel der Trainingsphilosophien
Trotzdem wird aus allem eine eigene Trainingsphilosophie gemacht, mit einem schicken Namen versehen und auf den Markt geworfen. Alleine schon das Aufschlüsseln der jeweiligen Trainingsphilosophien – ChatGPT generiert, blumig und absolut ungreifbar geschrieben – lässt so viel Spielraum für Mutmassungen und Vorstellungen, was denn nun genau anders sein soll an genau dieser Trainingsphilosophie als bei den zig anderen blumigen Beschreibungen.
Jeder gegen jeden
Da bekämpfen sich Futterwerfer gegen Ballwerfer, Wattebäuschchenpuster gegen Direktansager, Positiv-Verstärker gegen Positiv-Strafender, Rudelführer gegen Gruppenmenschen, Dominanztheoretiker gegen Sozialethiker.
Genau diese eine Theorie muss es sein
Ich frage mich echt, wo genau das Problem ist. Und wieso es so unterschiedliche Ansätze und Theorien braucht, die wie selbstgestrickt daherkommen und es in der Tat öfters auch sind. Wieso jede dieser Theorien als der heilige Gral beworben und verkauft wird. Als die allein selig machende Vorgehensweise. Die Methode, welche alle anderen Methoden in den Schatten stellt, aushebelt und niederringt. Wieso?
Kampfarena statt Austausch
Wenn ich Beiträge auf Facebook oder Instagram lese, habe ich öfters den Eindruck, in einer Kampfarena gelandet zu sein. Wenn es um Hunde geht, auch wenn sie nur fiktiv sind (man denke hier ans Hobby-Dogging), werden die Menschen sehr persönlich und öfters auch sehr unhöflich und beleidigend. Weshalb ist das so?
Lerntheorie bleibt Lerntheorie
Die Lerntheorie lässt sich nicht jeden Tag neu erfinden; egal, wie oft man einen der Quadranten umtauft und ihn in ein eigenes, dafür erfundenes Konzept presst. Was zählt, ist doch einzig die Frage, wie es unseren Hunden damit geht. Und somit wären wir bei den Emotionen angekommen. Und bei einem fairen Umgang mit einem Lebewesen.
Fairness im echten Sinn
Fair heisst nicht, alles durchgehen zu lassen, keine Grenzen zu setzen, den rosaroten Teppich auszulegen und Om zu singen. Fair heisst, für seinen Hund, egal ob jung oder alt, ein Gegenüber zu sein, an dem er sich orientieren kann. Dieses Gegenüber darf auch Ecken und Kanten haben, wenn die Beziehung auf sicheren Pfoten und Füssen steht. Und wir aus einer inneren Überzeugung heraus einen wertschätzenden und freundlichen Umgang pflegen.
Zurück zum Wesentlichen
Denn dann sind wir authentisch. Nicht, wenn wir alles toll finden und bejubeln oder alles begrenzen und abstellen. Wir haben uns irgendwie verloren in diesem ganzen kynologischen Dschungel. Es ist an der Zeit, wieder ein bisschen mutiger zu werden. Nicht lauter, nicht missionarischer, sondern ehrlicher.
Es ist Zeit, uns zu erinnern, weshalb wir überhaupt mit Hunden arbeiten. Nicht, um die nächste Theorie zu verteidigen oder ein neues Konzept zu feiern. Sondern um den Blick auf das zu richten, was wirklich zählt: ein faires, zugewandtes und authentisches Miteinander.
In diesem Sinne:
«Lass ich das für einmal einfach so stehen und wirken.»
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