Wie viele Pflegemassnahmen verträgt dein Welpe?
Einzug ins neue Zuhause
Der kleine Lockenwelpe hat soeben sein neues Körbchen bezogen. Die erste Nacht ist einigermassen gut über die Bühne gegangen. Einmal kurz raus für eine Pinkelrunde, sonst hat der Kleine tief und fest geschlafen.
Die Lockenfibel des Züchters
Die Welpeneltern haben bis spät in die Nacht die Welpenfibel des Züchters studiert. Besonders breit wird darin das Thema Fellpflege ausgeführt.
Gleich auf der ersten Seite steht, wie wichtig es sei, das Lockenfell von Anfang an zu bürsten, damit es nicht verfilzt. Auch das Gesichtchen müsse regelmässig ausgeschoren werden. Die Schermaschine solle direkt in den Übungsplan integriert werden. Dazu komme das Duschen und Baden mit einem speziellen Lockenshampoo. Und unbedingt, so steht es da, müsse der Welpe bereits in der ersten Woche in den Hundesalon. Er müsse das schliesslich können.
Einkaufsliste und Förderplan
Auf Seite drei folgt eine Einkaufsliste mit dem nötigen Equipment, das man am besten direkt in der Zuchtstätte erwerben könne. Auch ein Frisiertisch sei Pflicht. Von Anfang an. Der Welpe sei das ja gewohnt – kleiner Einschub: Er ist gerade einmal acht Wochen jung – und habe damit keinerlei Probleme. Bis in die frühen Morgenstunden haben sich die frischgebackenen Welpeneltern durch die Lockenfibel gearbeitet, die Einkaufsliste ausgefüllt und den Welpenförderplan für den ersten Monat geschrieben. Das Wohnzimmer gleicht einem Hundesalon, das Sofa musste einem Frisiertisch weichen.
Perspektivenwechsel
An dieser Stelle steigen wir aus dem Szenario aus. Und wechseln hinüber zu einem kleinschrittigen Aufbau von Pflegemassnahmen für jeden Welpen, ganz unabhängig von der Rasse. Natürlich ist es wichtig, dass dein Welpe grundlegende Pflegehandlungen kennenlernt. Dazu gehört auch, dass er kurz festgehalten wird. Die einzelnen Schritte hin zum gewünschten Endverhalten werden jedoch beiläufig aufgebaut und sollen zu einem entspannten, emotional positiven Erlebnis werden.
Pflege kleinschrittig aufbauen
Beispiel: Zielsetzung ist, dass sich dein Welpe stressfrei mit der Bürste durchs Fell fahren lässt.
Der erste Schritt kann sein, dass der Welpe Neugier zeigt, wenn du ihm die Bürste präsentierst. Weiter lässt er entspannt zu, dass die Rückseite der Bürste seinen Körper berührt. Danach sind kurze, sanfte Streichbewegungen mit der Bürstenrückseite entspannt möglich. Erst wenn das gut klappt, folgen ein bis zwei echte Bürstenstriche. Beginne am Körperstamm, bevor du die empfindlicheren Bereiche dazunimmst.
Achte darauf, dass dein Welpe entspannt bleibt. Wenn er in Hände oder Bürste beisst, war der Schritt zu gross oder das Handling unklar.
Wichtiger als Sitz und Platz
Du siehst, ein sorgfältiger und kleinschrittiger Aufbau von Pflegehandlungen ist ein wichtiger Bestandteil der ersten Wochen mit deinem Welpen. Viel wichtiger als Sitz, Platz und Purzelbaum.
«Je angenehmer die Pflegemassnahmen, desto entspannter dein Welpe.»
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