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Mut zur Unvollkommenheit

Wir sind eine Problemlösegesellschaft
Von klein auf werden wir Menschen darin geschult, Probleme zu lösen. Je komplizierter die Aufgabenstellung, desto grösser der Erfolg, wenn wir die Lösung präsentieren. Auch in der Schule und später im Studium oder in der Ausbildung werden wir darin unterrichtet, komplexe Gedankengänge zu konstruieren, Hypothesen zu formulieren und Ziele zu definieren.

Ständig optimieren wir unser Leben
Wir sind eine Optimierungsgesellschaft und denken meist in Komparativen: «Höher oder länger, weiter oder kürzer, grösser oder kleiner, näher oder entfernter.» Und wenn gar der Superlativ unsere kleine, menschliche Bühne betritt, ist uns der Erfolg garantiert.
Wie anstrengend und ermüdend ist es doch für uns Menschen, im Dauerverbesserungsmodus zu sein. Nur keine Fehler zu machen, um ja nicht peinlich aufzufallen oder noch schlimmer, den Anschluss zu verpassen.

Habe den Mut, unvollkommen zu sein
Übertragen wir diesen Leistungsgedanken auf das Zusammenleben mit unseren Tieren, werden wir mit Sicherheit nicht glücklich werden dabei. Und unsere Tiere auch nicht. Wenn ich mir Situationen in Erinnerung rufe, in denen ich im Zusammenleben mit unseren tierischen Freunden herzhaft gelacht habe, waren es oft Begebenheiten, bei denen wir es garantiert nicht auf die Titelseite eines Erziehungsratgebers geschafft hätten.

Der Satz «Mut zur Unvollkommenheit» ist ein sehr schönes Motto für das neue Jahr. Wie viel Last würde von den Schultern der Menschen fallen. Wie viel beschwingter, tanzender und aufrechter würden wir durch die Tage, Wochen und Monate gehen? Wie viel liebevoller würden wir mit uns und unseren Nächsten umgehen? Wie viel toleranter wären wir unseren Mitlebewesen gegenüber?

Meine Hunde sind «perfekt»für mich, weil sie absolut liebenswerte und eigenständige Wesen sind. Weil sie ihre eigenen Ideen und Vorstellungen haben und diese auch umsetzen. Und weil sie an mich nie den Anspruch stellen, für sie perfekt sein zu müssen.


In diesem Sinne:

«Gönne dir und deinem tierischen Begleiter die wohltuende Erfahrung, unperfekt sein zu dürfen.»

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