Die Welt dreht sich so schnell, drehst du mit?
Findest du in deinem Alltag Zeit, eine Schnecke zu beobachten, die über einen Waldweg kriecht? Schau dir das folgende Video an:
Ich bin sicher, dass du dich beim Originalvideo, welches 7x langsamer ist, weggecklickt hättest.
Hast du dieses Video 20 Sekunden lang angeschaut? Weisst du jetzt, worauf die Schnecke sich zu bewegt hat?
Viele Eindrücke in möglichst kurzer Zeit
Social Media verleitet uns dazu, möglichst viele visuelle Eindrücke in möglichst kurzer Zeit aufzunehmen. Die Bilder werden wie ein Wasserfall in unser Gehirn gespült. Nur um sich dort zu verlieren.
Wie oft denkst du über ein Video nach, das du gerade angeklickt hast? Was verleitet dich dazu, von Video zu Video zu hüpfen? Oder von Bild zu Bild?
Es ist dieser schnelle Kick nach Informationen. Unser Gehirn schüttet Dopamin aus, wir fühlen uns kurzzeitig gut bis zum nächsten Kurzvideo.
Das Belohnungssystem wird aktiviert ...
... und verspricht, dass das nächste Video noch mehr Befriedigung bringt.
Social Media Scrolling basiert auf dem Prinzip der variablen Verstärkung. Das Gehirn ist ständig in Erwartung, etwas Tolles zu erleben. Das nächste Video könnte ja spannend sein! Sehr ähnlich wie das Spiel an einem Spielautomaten: Mal kommt Geld, mal keines.
Die Schnecke als Entschleuniger
Eine Schnecke auf ihrem Weg zu beobachten, verspricht zwar nicht den ultimativen Kick. Dafür bringt sie dich zurück in den Moment. Dein Geist wird für ein paar Minuten ruhig. Deine Gedanken ordnen sich. Du erlaubst dir, für einen Schneckenmoment lang in ein ruhigeres Universum einzutreten.
In diesem Sinne:
«Gib der Entschleunigung immer mal wieder Raum in deinem Alltag.»
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