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Tipps, Tricks und schnelle Lösungen kann ich nicht bieten

(Anmerkung Foto: Die beiden haben kein Problem, sondern sind Spielpartner)

Dafür biete ich eine fundierte Analyse des unerwünschten Verhaltens und einen gangbaren Lösungsweg hin zu mehr Lebensqualität für Mensch und Hund.

Möglicherweise kennst du solche Situationen
Dein Hund jagt die Nachbarskatze gefühlte zehnmal am Tag auf den Kirschbaum. Oder er vermöbelt den Nachbarsrüden, wenn sie sich zufällig über den Weg laufen. Vielleicht hast du auch einen verhaltensoriginellen Hund zu Hause, der gerne umdekoriert oder dir beim Schreddern behilflich ist.

Oder er ist bei der Müllabfuhr beschäftigt und entsorgt draussen, was das Zeug hält. Eventuell ist dein Hund auf dem Spaziergang am liebsten unsichtbar und zieht die sichere Wohnung dem öffentlichen Leben vor. Oder er verschafft dir wöchentlich einen Besuch beim Physiotherapeuten, weil deine Schulter seinem Gewicht an der Leine anatomisch nicht gewachsen ist.

Der Glückskeks-Trick als Verhaltensänderung ist eine Illusion
Das ist nur eine kleine Auswahl von möglichen Verhaltensweisen, die du gerne loswerden, vermeiden oder abschwächen möchtest. Wie einfach und praktisch wäre das doch, wenn ich dir eine kleine Schachtel mit Zettelchen hinhalte, auf denen jeweils ein Tipp draufsteht. Ähnlich den Sinnsprüchen in den chinesischen Glückskeksen: «Lächle und dein Tag fühlt sich gut an.»
Wie leicht würde ich so mein Geld verdienen. Zauberfee anstatt Mensch-Hund-Coach. Einmal winken mit dem Zauberstab, Sternchen fallen vom Himmel und ihre beide seid eitel Sonnenschein. Wieso das leider nicht funktionieren kann, möchte ich dir gerne erläutern.

Verhalten passiert nie ohne Grund
Jedes Verhalten, welches dein Hund zeigt oder eben ausführt, hat einen Grund. Und jedem Verhalten liegt eine Motivation zugrunde. Dein Hund kann sich nicht nicht verhalten. Genauso wie wir Menschen uns nicht nicht verhalten können. Selbst wenn du vermeintlich nichts tust, sitzt, stehst oder liegst du im Raum. Alles, was ich von aussen beobachten kann, ist Verhalten. Verhalten gibt mir Aufschluss über die inneren kognitiven und emotionalen Prozesse eines Menschen oder eines Tieres.

Verhalten sichtbar machen ist der erste Schritt
Um ein Verhalten sichtbar zu machen, kann ich es beschreiben, indem ich es in Worte fasse. Oder indem ich es in einem Fliessdiagramm festhalte. Oder indem ich es filme und mir anschaue. Wenn wir ein Verhalten verändern oder modulieren möchten, müssen wir das Verhalten in seinem Gesamtkontext betrachten. Interpretationen und Etiketten sind dafür nicht dienlich.

Ein Beispiel aus der Praxis zur Veranschaulichung
Eine Kundin möchte eine Beratungstermin, weil ihr Hund so dominant sei. Auf mein Nachfragen, woran sie denn dieses dominante Verhalten erkenne, ist ihre Antwort folgende: «Mein Hund drückt sich flach auf den Boden, wenn ihm ein Artgenosse entgegenkommt. Er übernimmt die Führung und ist nicht mehr zum Weitergehen zu bewegen. Wenn dann der andere Hund auf seiner Höhe ist, stürzt er sich wie ein Berserker nach vorne in Richtung des anderen Hundes.»

Wir bewerten sehr schnell anstatt zu beobachten und zu beschreiben
Was sehr häufig passiert, ist das Vermischen von beobachten und interpretieren. Wir sehen etwas im Aussen und sofort springt unser Bewertungssystem an. Wir versuchen, das Beobachtete oder Erlebte in einen uns bekannten Bezugsrahmen zu setzen. Das gibt uns Sicherheit und Orientierung. Gleichzeitig nimmt es uns aber auch die Möglichkeit, ein Verhalten objektiv zu beschreiben ohne zu werten.

Kein Verhalten ohne Funktion oder Absicht
Jedes Verhalten hat eine Funktion. Und jedes Verhalten dient dazu, sich in der Umwelt zurechtzufinden oder die Umwelt um sich herum anzupassen. Und jedem Verhalten wohnt auch eine Intention inne, nämlich das Beste für sich selbst in genau diesem Augenblick zu kreieren. Die Konsequenz unseres Verhaltens oder unseres Handelns zeigt uns dann, ob wir mit der gewählten Strategie Erfolg hatten oder ob wir diese beim nächsten Mal adaptieren müssen.
Kurz zusammengefasst halten wir fest: Jedem Verhalten geht ein Auslöser voraus und jedem Verhalten folgt eine Konsequenz.

Angewandte funktionale Verhaltensanalyse in der Praxis
Wenn wir beim obigen Beispiel bleiben, schaut das so aus: Anderer Hund taucht auf – der Kundenhund legt sich flach auf den Boden und prescht nach vorne, wenn der andere Hund auf der gleichen Höhe ist – der andere Hund bleibt abrupt stehen oder flüchtet.

Im Fachjargon ausgedrückt haben wir also als Antezedenz (Ursache, Grund, Beeinflussungsfaktor) den sich annähernden Hund. Als Verhalten des Kundenhundes beobachten wir das Flunderliegen und nach vorne schiessen und die Konsequenz ist, dass der andere Hund überrumpelt stehen bleibt, also keine weitere Annährung an den Kundenhund macht.

Verhalten verändern bedingt das Erstellen und Überprüfen einer Hypothese
Wenn wir nun das Verhalten Flunderliegen in Hundebegegnungen verändern möchten, müssen wir eine Hypothese dazu bilden. Eine Hypothese ist eine Annahme, die widerlegt werden kann. Sie ist eine zunächst unbewiesene Aussage. Es könnte ja auch sein, dass der Kundenhund sich klein macht, damit der andere mit ihm spielen möchte.
Eine Hypothese bilde ich natürlich auch wieder auf meinem Erfahrungs- und Wissenshintergrund. Wichtig ist, dass ich sie überprüfe. Sonst ist und bleibt die Annahme eine subjektive Interpretation.

Meine Hypothese könnte wie folgt lauten: «Der Kundenhund duckt sich bei frontalen Annäherungen eines anderen Hundes auf den Boden, weil er dadurch für das Gegenüber schwierig einschätzbar wird und sich durch die schnelle Annäherung einen Vorteil verschafft. Seine Intention ist, den anderen Hund zu stoppen und auf Distanz zu halten.»

Um ein Verhalten am Laufen zu halten, muss es sich lohnen
Was emotional in ihm vorgeht, wissen wir natürlich noch nicht. Was wir wissen, ist die Tatsache, dass er dieses Verhalten oft zeigt und folglich auf irgendeine Art einen Gewinn daraus zieht. Wäre dem nicht so, würde er das Verhalten mit Sicherheit einstellen.

Die Lerntheorie ist der Schlüssel, um die Motivation hinter dem Verhalten zu erkennen
Wenn wir davon ausgehen, dass er den anderen Hund auf Distanz halten möchte, sind wir lerntheoretisch im Bereich der negativen Verstärkung: «Etwas Unangenehmes fernhalten oder wegnehmen.» Und das dazugehörende Gefühl ist dann die Erleichterung. Unsere Gretchenfrage ist demnach: «Was hält das Verhalten Flunderliegen» am Laufen?

Die Setting-Events verraten noch mehr über den Kontext, in welchem das Verhalten auftritt
Nun sammle ich noch weitere Informationen zum Kontext, die sogenannten «Setting-Events». Also alles, was unmittelbar und zeitnah zum Verhalten dazugehört und dieses mitbeeinflusst, wie Tagesform, aktueller Gesundheitszustand und mögliche sonstige Stressoren.

Lösungs- und ressourcenorientierte Fragestellungen nutzen
Im Weiteren kann ich mir mehr Infos über gezielte Fragen einholen. Sehr gerne nutze ich lösungs- und ressourcenorientierte Fragestellungen, um auch einen Perspektivenwechsel mit dabei zu haben: «Was müsstest du tun, damit das unerwünschte Verhalten deines Hundes noch stärker wird? Gibt es Situationen, wo er dieses Verhalten nicht oder weniger zeigt? Was macht er stattdessen? Was machst du anders, wenn dein Hund das Verhalten weniger oder gar nicht zeigt? Vielleicht geht der Mensch einen Bogen oder streut seinem Hund ein paar Gudis in die Wiese.

Licht am Horizont macht Mut

Und schon haben wir einen möglichen Lösungsweg betreten. Vielleicht haben die beiden auch schon Alternativverhalten aufgebaut, die in dieser Situation gezielt eingesetzt werden können. All diese Informationen kann ich auf einem gemeinsamen Spaziergang selbst beobachten und/oder in einem Beratungsgespräch erfragen. Erst, wenn ich mir ein Gesamtbild, eine Art Verhaltenslandkarte, erstellt habe, können wir einen Trainingsplan ausarbeiten und die ersten Schritte zusammen gehen.

Den Blick auf die Auslöser des unerwünschten Verhaltens richten
Im Idealfall reicht es bereits aus, wenn wir die Antezedenzen verändern, unseren Fokus auf die Auslöser für das unerwünschte Verhalten richten. Das kann in unserem Beispiel die schnelle und frontale Annäherung an einen anderen Hund sein. Als Lösungsansatz wäre hier sicher angebracht, das Tempo herauszunehmen und die Annäherung in einem Bogen zu gestalten. Zudem macht es sehr Sinn, einen sicheren Rückruf unter Ablenkung einzuüben (sollte der Hund im Freilauf sein), die Leinenführigkeit unter die Lupe zu nehmen und ein oder zwei Alternativverhalten anstelle des Flunderns und des Nachvornegehens aufzubauen.

Die eingangs erstelle Hypothese überprüfen
Wenn unsere Eingangs erstellte Hypothese richtig ist und unser Kundenhund tatsächlich gerne mehr Individualdistanz hat, führt uns unser Trainingsweg zum Ziel. Die Zielformulierung ist in dem Fall: Es gelingt dem Team in einer Hundebegegnung entspannt mit der situativ gewählten Strategie und mit ausreichend Abstand zum anderen Hund vorbeizugehen.»

Wenn dich meine Vorgehensweise anspricht und du bereits bist, fundiert an einem Verhaltensthema zu arbeiten, freue ich mich sehr, dich und deinen Vierbeiner kennenzulernen.

In diesem Sinne:

«Willst du ein Verhalten verändern, brauchst du einen Handlungsplan.Tipps und Tricks gehören in die Bastelecke.»

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